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Willkommen!

"Unsere Produkte haben Seele und Herz"

Das Weltlädeli in Murg begrüßt Sie herzlich auf seiner Webseite! Hier gibt es Informationen zum Laden, den Produkten und allen Veranstaltungen rund um den fairen Handel.

Warum fairer Handel?

Das bedeutet, dass die Erzeuger einen fairen Preis für ihre Produkte erhalten, von dem sie und ihre Familien in Würde leben können und unabhängig von ausbeuterischen Großkonzernen, die vom globalisierten Welthandel als einzige profitieren.

Faire Woche 2016

Vom 16. bis 30. September finden in diesem Jahr die Fairen Wochen statt. Unter dem Motto „Fairer Handel wirkt“ bieten bundesweit unzählige Veranstaltungen einen Blick hinter die Produkte auf die Menschen, die Kaffee, Textilien und Schmuck herstellen. Sie wollen das Bewusstsein schärfen, dass die globalen Regeln des Welthandels gerechter gestaltet werden können, wenn Mensch und Natur in den Mittelpunkt von Produktion und Handel gerückt werden.

In der Region Hochrhein/Hotzenwald sind der Weltladen Wehr und das Weltlädeli Murg wieder die Vorreiter, die zusammen mit den Schmidt's Märkten und anderen Geschäften des Einzelhandels, verschiedenen Gastronomiebetrieben und in diesem Jahr vor allem der Stadt Laufenburg dazu einladen, die Vielfalt fair gehandelter Produkte kennen zu lernen und zu genießen.

„Die Wirkungen des Fairen Handels sind äußerst vielfältig“, so Manfred Trenkle, stellvertretender Vorsitzender der Faire Eine Welt. „Für rund 2,5 Mio. Produzent/innen und ihre Familien trägt der Faire Handel zu menschenwürdigen Lebens- und Arbeitsbedingungen bei, er ermöglicht ihnen Investitionen in ihre Zukunft und schafft Perspektiven“. Immer mehr Menschen nutzten die Möglichkeiten, sich im Fairen Handel politisch und zivilgesellschaftlich zu engagieren und vor allem kritisch zu konsumieren.

Lokale Gastronomie bringt Gäste auf den "richtigen" Geschmack!

Anlässlich der Fairen Wochen werden das Gasthaus Löwen in Oberhof, das Restaurant Fischerhaus in Murg und das Restaurant Zum Schwarzen Walfisch in Bad Säckingen ein besonderes Menü mit fair gehandelten Zutaten und Beilagen in die Speisekarte aufnehmen. Das Hotel St. Fridolin und das Hotel Am Rheinsberg in Bad Säckingen bieten während der ganzen zwei Wochen ein faires Frühstück. Das Café Zwischen in der Rheinbrückstraße 24 in Bad Säckingen verwöhnt in der zweiten Woche vom 27. - 30. September mit einem fairen Menü. Das Hotel Restaurant Kranz in Luttingen und Brutsches Rebstock im Städtle in Laufenburg punkten in den Fairen Wochen mit besonderen regionalen und fairen Angeboten. Das Café Heimelig in Hänner ist das ganze Jahr über aus Überzeugung dem Fairen Handel verbunden. Gabrielas Blumenecke in Murg-Hänner bietet fair gehandelte Schnittrosen an.

Wir freuen uns über diese fairen Aktivitäten und weisen empfehlend darauf hin.

Übersicht über die "Fairen Menüs":

Fairer Handel zeigt Wirkung

Willi Moosmann nahm als Vertreter des Murger Weltlädelis an einem Treffen mit peruanischen Kaffeeproduzenten in Schorndorf teil.

Kleber Cruz Garcia, Produktmanager Kaffee bei der GEPA, Jose Rojas, Geschäftsführer von Cepicafé, Joe Pisconte Reyes, Technikexperte Norandino, Fernando Reyes, Geschäftsführer von Norandino, Jenny Robledo, Produktionsleiterin Zuckermühle
Kleber Cruz Garcia, Produktmanager Kaffee bei der GEPA, Jose Rojas, Geschäftsführer von Cepicafé, Joe Pisconte Reyes, Technikexperte Norandino, Fernando Reyes, Geschäftsführer von Norandino, Jenny Robledo, Produktionsleiterin Zuckermühle

Auf Einladung des Fairhandelshauses Gepa in Wuppertal trafen sich Weltladenverantwortliche aus Baden-Württemberg in Schorndorf. Anlass war ein Besuch der Geschäftsführung von Pidecafé/ Norandino aus Piura in Nordperu bei der Gepa in Deutschland. Da das Murger Weltlädeli gute Beziehungen zu Pidecafé hat – der Murgtalkaffee, der Trompeterkaffee in Bad Säckingen und die Kaffee-Hausmarke der Schmidts Märkte kommen aus der Region Piura – war Willi Moosmann aus Murg bei dem Treffen in Schorndorf mit dabei.

Die 1990/91 gegründete Kooperative Pidecafé ist nach Zwischenstationen zur Vermarktungs-genossenschaft Norandino herangewachsen: einem stattlichen Unternehmen mit 28 Organisationen und zwei internationalen Mitgliedern aus Italien und Frankreich. 2013 hatte Norandino 5000 Mitglieder. Das bedeutet, dass 5000 Familien in der Region Piura vom fairen Handel und Bio-Anbau profitieren.

Hatte Pidecafé anfangs einen einzigen Container mit 17 Tonnen Rohkaffee an die Gepa geliefert, so sind es inzwischen 120 Container. Da die Kaffeebauern über die Banken in Peru nur sehr schwer Kredite bekommen können, wurde als zweites Standbein von Norandino eine Spar- und Kreditgenossenschaft gegründet. Um die Abhängigkeit vom Weltmarkt und die Probleme bei Missernten zu verringern, wurde die Produktion inzwischen auf Kakao – er gedeiht auch noch gut ab 2000 Metern Höhe über der Kaffeeanbauzone –, Bananen, Marmelade und vor allem den Roh-Rohrzucker Panela ausgeweitet. Wie die Produktionsleiterin Jenny Robledo, zuständig für die Zuckerproduktion bei Norandino, berichtete, gibt es eine große Nachfrage nach fair gehandeltem Panela-Zucker. Zusammen mit der Universität in Piura werde an der Steigerung der Produktivität gearbeitet. Auch die Verpackung werde vor Ort hergestellt.

Mit großer Aufmerksamkeit wurde in der Weltladen-Runde registriert, dass inzwischen nur noch etwa fünf Prozent des Kaffees über den konventionellen Markt vermarktet wird, während dies in den Anfangsjahren über 40 Prozent waren. Das heißt, fast die gesamte Produktion wird über den fairen Handel exportiert.

Auf die bohrenden Fragen der baden-württembergischen Weltladen-Vertreter – bei denen Murg seit Jahren als beispielhafter Standort gilt – nach der Wirkung des fairen Handels antworteten die Geschäftsführer souverän und selbstbewusst. "Die Arbeit der Frauen wird aufgewertet. Sie übernehmen die Führung von Basisorganisationen", so Fernando Reyes von Norandino. Die Kriterien des Bio-Anbaus und des fairen Handels werden garantiert. Dafür sorgt ein internes wie externes Kontrollsystem. "Die Lethargie ist zugunsten eines starken Selbstbewusstseins der Norandino-Mitglieder gewichen. Die Bauern bekommen mehr Land, die Produktivität steigt, so erhalten die Familien mehr Geld. Die steigende Kaufkraft führt zur besseren lokalen wirtschaftlichen Infrastruktur. Nutznießer der Entwicklung sind die Kinder. Sie erhalten bereits Stipendien von der Norandino-Bank für das Studium", sagte Kleber Cruz Gracia aus Köln, Kaffee-Experte bei der Gepa. Beim ersten Stadtfest des fairen Handels in Bad Säckingen im vorigen Jahr röstete er den Trompeterkaffee.

"Ich möchte auch so eine Toilette haben wie die Kooperative", erzählte Jenny Robledo von den Kaffeebauern, die Druck bei ihren Kommunen machen und Wasser- und Abwasserversorgung einfordern. Hygiene ist die erste Voraussetzung für eine gelingende Gesundheitsvorsorge.

Murg-Besucher Aponte ist nun Chefberater im Ministerium

"Die peruanische Regierung ist interessiert, in Norandino zu investieren", berichtet José Rojas, Geschäftsführer von Cepicafé. Die Erfolge des fairen Handels bewirkten ein Umdenken in der Regierung. So sei Augusto Aponte, früher leitender Direktor bei Pidecafé, der am 18. September 2008 von Bürgermeister Adrian Schmidle in Murg empfangen worden war, inzwischen Chefberater im Landwirtschaftsministerium in Lima.

Mit Genugtuung stellt Willi Moosmann, Vorsitzender der Fairen Einen Welt in Murg als Vertreter des Weltlädelis fest: "Die Tagung in Schorndorf und das Treffen mit Norandino hat alle Erwartungen übertroffen. Es hat überdeutlich gezeigt, welche positiven Wirkungen es hat, fair gehandelte Produkte zu kaufen. Da ist bei uns noch viel Luft nach oben."

In der Laufenmühle in Welzheim, in der der Pidecafé el Mundillo geröstet wird
von links: Jose Rojas, Geschäftsführer von Cepicafé, Kleber Cruz Garcia, Produktmanager Kaffee bei der Gepa, Willi Moosmann von Murgs Weltlädeli und Norandino-Geschäftsführer Fernando Reyes
In der Laufenmühle in Welzheim, in der der Pidecafé el Mundillo geröstet wird
von links: Jose Rojas, Geschäftsführer von Cepicafé, Kleber Cruz Garcia, Produktmanager Kaffee bei der Gepa, Willi Moosmann von Murgs Weltlädeli und Norandino-Geschäftsführer Fernando Reyes

(Quelle: Badische Zeitung, 26.08.2016)

 

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